500 Jahre Burghof-Geschichte

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Die hauptsächlich von den Franken bevorzugte Gebäudeanordnung von Wohnhaus, Stall, Scheune und Nebengebäuden in einer Gruppierung um einen nur durch eine Toreinfahrt erreichbaren Hof war als wesentlicher Bestandteil städtebaulicher Ordnung auch im alten Daun anzutreffen. Eines der markantesten Gebäude dieser Art ist sicherlich der heutige Burghof mitten in Daun. Das ehemalige Haus des Burgmannes Rodemacher am Beginn des Burgaufgangs ist das einzige Hoftor mit einem Boden unter schiefergedecktem Schutzdach in Daun. Im Schlussstein ist neben der Hausmarke die Jahreszahl 1502 zu erkennen. Von der Burgfriedstraße her verdeutlichte damals die Verwendung einfacher Fenster, aber auch das früher in der Mitte durch Werkstein geteilte größere Fenster die Entstehung dieses Gebäudes im 16. Jahrhundert oder gar früher. Die Hofseite war ganz in der Gesinnung des 18. Jahrhunderts gehalten, die mit der kurtrierischen Herrschaft auch in die Vulkaneifel gebracht worden ist.

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Der Umbau hat jedoch die fränkische Tradition der Grundrissgliederung nicht ganz beseitigen können. Hier muss man nämlich wissen, dass es zum Typus des fränkischen – auch des vorangegangenen keltischen – Hauses gehört hatte, dass alle Wohnhäuser über einen zentralen Eingangsraum, der zugleich Küche und Aufenthaltsraum für das Gesinde war, erschlossen wurden. Der auf die Hausform der Renaissance und des Barocks zurückzuführende Einfluss zeigte eine Grundrissentwicklung, bei der die Gebäude durch einen in der Hausmitte gelegenen Flur mit der im Hintergrund eingebauten Holztreppe erschlossen wurden. War zunächst der Hauseingang an der Längsseite zu finden, so ergaben sich auch bald Alternativvorstellungen, bei denen der Hauseingang in der Giebelmitte angeordnet wurde und der anschließende Flur das Gebäude in voller Länge in gleiche Hälften teilte.

Ein ähnliches Beispiel eines fränkischen Gehöftes ist auch heute noch in der Burgfriedstraße 1 zu erkennen. Wenn auch neuzeitliche Veränderungen an beiden Straßenseiten zu einer nahezu einheitlichen Gliederung geführt haben, so kann man vom Grundriss fränkische Baugewohnheiten erkennen.

Wir schreiben das Jahr 1802. Damals gehörte der Burghof einem Igidius Becker. Er war zuerst Bürgermeister, dann Königlich-Preußischer Friedensrichter und Notar in Daun. Der Amtssitz des Notars in Daun war übrigens bis Ende der 50er Jahre, also bis ca.1958 im Burghof. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es ganz hinten bei der heutigen Wirtshausküche, wo heute die Treppe hinunter zur Burghofwiese führt, einen kleinen Vorbau. Der war seit über 150 Jahren der Eingang zum Notariat. Der letzte Notar hieß Ellerhorst.

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Wer die Nachfahren des Igidius Becker waren, ist im Einzelnen nicht mehr nachvollziehbar. Spuren der Nachfolger führen jedenfalls bis nach Ostpreußen. Nach dem 2. Weltkrieg ist eine „Johanna Beckersche Erbengemeinschaft“ als Bauherrin aufgetreten. Die Becker’s waren der Überlieferung nach wohlhabende Leute mit großem Waldbesitz. Nach dem Krieg hatte das linke und mittlere Gebäude (Scheune und Nebengebäude) des Burghofes kein Dach mehr. Zimmermannsbetrieb Hermes aus Wallenborn hatte den Auftrag, auf beiden Gebäuden die Holzarbeiten auszuführen. Die Fertigstellung war im Jahre 1952. Insgesamt sieben Familien wohnten ab dieser Zeit im Burghof. Auch ein Architekt hatte sein Büro im linken Gebäude, dort wo heute die Galerieräume sind. Genauer gesagt, im Raum rechts daneben. Der Eingang zur Galerie wurde nämlich früher als Wagenschuppen, später als Garage genutzt. Zeitzeugen erinnern sich noch gut daran, dass in den 50er und 60er Jahren bei Westwind der Qualm von den Holzöfen nicht durch den Kamin zog, sondern umgekehrt. Bei Westwind staute sich die Luft an der Burgmauer und drückte den Qualm durch den Kamin zurück in die Stuben.

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Zeitzeugen erinnern sich aber auch an einen alten Stollen, der vom Burghof aus tief in den Burgberg getrieben war. Entstanden war er zum Ende des 2. Weltkrieges, er diente als Luftschutzkeller. Ende der 60er Jahre muss dann um die Fastnachtszeit ein Großteil der Stützmauer zur Burg, gebaut mit Hasselsteinen aus dem Weiersbacher Steinbruch, zusammengebrochen sein. Nach dem Wiederaufbau wurde der Stollen zugemauert und anstelle der Hasselsteinmauer ein Betonmauerwerk errichtet, das man mit Bruchsteinen verblendet hat.

In den beiden Anwesen links und rechts neben dem Burghof gab es in den 50er Jahren zwei Schreiner. Im Haus rechts vom Burghof, wo heute ein Döner-Restaurant zuhause ist, war früher die Schreinerwerkstatt von „Hunze Jupp“. Im dem Haus links neben dem Burghof hatte Hunze Johann seine Werkstatt. Altdauner werden sicherlich noch den Hausnamen "Tulenten“ kennen. Leider wurde bis nach dem Wiederaufbau im Jahre 1952 nicht mehr viel renoviert. Die Erbengemeinschaft war mittlerweile auf über 40 Personen angewachsen. Erst als das Unternehmerehepaar Peter und Doris G. Lepper das Anwesen 1989 gekauft hatte, wurde der unter Denkmalschutz stehende Burghof komplett ausgekernt, von Grund auf saniert und im Jahre 1991 mit einem neu gestalteten Restaurant eröffnet. Nach rund 18 Jahren stand nun erneut eine Sanierung der Gastronomie auf der Agenda. Ein Burghof Wirtshaus ist nun entstanden, das am 1. Mai 2009 wiedereröffnet wurde.